Fotos: Besucher gibt es auch in Igelhausen...z.B. von Olli und seiner Familie

 

 

 

 

Liebe Tierfreunde,hier kommt das Logbuch eines hoffentlich nicht sinkenden Schiffes.

 

 Hier gibt es viele Hintergrundinformationen über meine Arbeit,Igel im allgemeinen,sowie die schönen und schlimmen Momente in Igelhausen zu erfahren z.B. Eintrag am 15.Oktober- der typische Arbeitstag einer Igelauffangstation. Es folgen auch spontane Reaktionen meinerseits,auf verantwortungsvolle,oberflächliche oder weniger nette Begegnungen der menschlichen Art,die manchmal wütende Kommentare nicht außen vor lassen. Oder über Menschen,die mich beeindruckt haben. Manchmal sehr direkt - so bin ich eben.... zuerst kommt der Tier- und Artenschutz und dann irgendwann der Rest der Welt. AHOI!

 

 

08.Juli 2019 Die Petition wird in den nächsten Wochen weiterlaufen, bundesweit ausgedehnt und an das Umweltministerium der Bundesregierung weitergeleitet.Die Pressemitteilung reicht mir nicht.Ich werde allerdings das Ministerium in MV ebenfalls informieren. Leider haben die Leute in MV nicht so viel mit den sozialen Netzwerken und Naturschutzprojekten am Hut. Sie sind schlecht erreichbar,sodass ich mit dem Rest der Republik mehr erreichen werde. Hoffe ich jedenfalls sehr!!!

 

 05.Juli 2019  Die Sache mit Klärchen,6000 Unterschriften und viel Arbeit!                                                                                                           Es gab im ersten Halbjahr nicht nur viel Bürokratie i.S. Mähroboter (über 6000 Teinehmer)und die Querelen mit der HRO i.S. Kleingartenanlagen,sondern auch viele Igel Notfälle.Insbesondere die erste Wärmephase mit nachfolgender Frostphase bescherte mir viele Notfälle mit teils schweren und tödlich verlaufenen Verletzungen. Die Winterschläfer wurden zu früh wach und irrten abgemagert und tagsüber auf ihrer Suche nach Futter durch das Stadtgebiet. Drei Fälle von schweren Hundebissen waren u.a. die Folge. Auch der Irrsinn bei den ersten Sonnentagen die Gärten aufzuräumen wurde für viele Igel zum Hindernisslauf. So wurde beispielsweise Igelfräulein Klärchen aus Kassebohm durch Hacke oder Mistgabel im Unterholz oder Komposthaufen schwer verletzt und bei mir abgegeben.Im Verlauf der folgenden Behandlung stellte der Tierarzt eine Faktur am linken Vorderbein fest, die mit hohen Kosten verbunden war. Allerdings kam eine Einschläferung für mich nicht in Frage,da Klärchen noch sehr jung und die Prognosen für eine Gesundung äußerst positiv waren. Ich möchte mich heute bei den Leuten bedanken,die einen erheblichen Beitrag durch ihre Spende geleistet haben,die direkt auf das Konto der Igelhilfe überwiesen oder bar gespendet und von insgesamt 620€ Tierarztkosten 515€ beigesteuert haben. So fielen für mich lediglich noch 105 Euro an. Leider hat sich die Finderin des Igels bis heute nicht beteiligt.Der Ertrag von 100€ aus ihrer bei Facebook initiierten Spendenaktion wurde bis heute nicht ausgezahlt. Was mich besonders ärgert ist,dass zwei Leute von meiner Community für einen bestimmten Zweck gespendet haben und das Geld nicht diesem Zweck zugeführt wurde. Diese Summe belief sich auf 40€. Trotzdem Danke liebe Cornelia Schicke und Isolde Recht, auch wenn das Geld nicht ankam....Euer Einsatz zählt und ich habe mich darüber sehr gefreut. Zusätzlich haben sich eine Dame aus dem Bekanntenkreis (50€),sowie eine Nachbarin der Initiatorin(10€)beteiligt :(   Die kann ich leider nicht informieren,weil mir die Kontaktdaten fehlen. Ich habe den Vorfall bei Facebook gemeldet,allerdings haben die sich bis heute ebenfalls nicht geäußert. Aus diesen Fehlern kann man nur lernen.Wenn ich es technisch irgendwie hinbekomme,folgt noch ein Video. Ich bin halt eine SMUP (Erklärung dazu folgt im Eintrag vom 13.März).

 

Vielen,vielen Dank an Stephan Porst und Jana Klinkenberg (beide Fraktion Grüne),an Ilse Burkhard,Lisa Kozlowski,Marcel und Regina Heinle für Klärchens OP Kosten. Zusätzlich konnte ich durch die Spenden der Vormonate von Yvonne Gabriss, Axel Hinz,Jenny Jaksiewicz,der KGA Weisse Rose,Gregor Bruchmann und Antje Falkner bei vier Igeln aufwendige Zahnsanierungen in Höhe von rund 250 Euro finanzieren. Der Einsatz hat sich gelohnt.

 

Ein besonderes Dankeschön geht auch an Uwe und Ute Thiele für die monatliche Spende von 20 Euro für den blinden und tagaktiven Roland alias Rollmops (7-8 Jahre alt),der seinen Ruhestand auf meinem Grundstück genießt und gelegentlich überall ein Nickerchen macht...auch im Kaninchenkloo von Luise,im Katzenkörchen oder im Wäschekorb. Im Garten hat er sich zusätzlich drei Nester gebaut. Ganz schön wählerisch unser WG -Mitbewohner.Rollmops hat alle im Griff,frisst wie ein Scheunendrescher und meine Katze geht dem "Chef" aus dem Weg :) Eine wirkliche Bereicherung....wir haben alle sehr viel Spaß mit diesem Rabauken.

 

13.März.2019   Moin, war beschäftigt! Das waren  2 richtig anstrengende Monate,wo so ziemlich alles auf der Strecke geblieben ist,was warten kann. Zuerst musste ich mich als  SMUP outen (Social Media untaugliche Person)und bei Facebook :- (  anmelden.Danke an Dörthe ,von der  Initiative Kleingarten Rostock e.V.,für die Hilfestellung beim einrichten. Gleichzeitig kam Weltuntergangsstimmung auf,als ich die Nachricht erhielt,dass alle Kleingärten der Südstadt samt allen winterschlafenden Igeln auf der Schutthalde entsorgt wurden. Tagelang :-(   Es folgten einige Beschwerden an unser Umweltamt ohne Reaktion. Daraufhin musste ich eine Kommunale Aufsichtsbeschwerde beim Landesinnenministerium einreichen und unsere Amtsleiterin der Naturschutzbehörde schenkte mir dann endlich mal in einem Anschreiben ihre Aufmerksamkeit  mit den Worten der Bürokratie:,,Es waren keine beleg- und verortbaren Igel vorhanden". Der Geruch von Verwesung über dem Areal sagte mir was anderes :- (    Man teilte mir auch mit,dass in Bezug.. auf besonders geschützte Tiere...kein Handlungsbedarf bestehe....,was definitiv falsch ist und zu widerlegen war. Danke an Juliane Bätge vom NABU,denn Reden vor der Bürgerschaft ist nun wirklich nicht mein Fall. Gleichzeitig galt es den Termin beim Umweltministerium in Schwerin mit Petition und mehrseitiger Begründung vorzubereiten. So zog ich am 26.2. los, die Igelpopulation vor dem Terminator zu retten. Immerhin hatte ich 2000 Unterschriften,700 schlagkräftige Kommentare, Stellungnahmen vom NABU-MV,Aktion Tier ,Peta Deutschland und Pro-Igel im Reisegepäck nach Schwerin dabei,um deutlich zu unterstreichen,dass ich nicht GaGA bin und triftige Gründe für diese Aktion habe. Weitere schriftliche Unterstützung gab es von den drei Mädels der anderen Igelstationen.Danke an Corinna,Heidi und Regina aus Wolgast,Groß Potrems und Teterow! Ein besonderes Dankeschön auch an Marco Linstädt für zahlreiche Einladungen auf Seiten,wo ich meine Petition einstellen durfte. Wir schleppen uns mühsam Richtung 3000 Unterschriften,also sollte ich vieleicht mal wieder eine Werbetour auf Facebook unternehmen.Allerdings bin ich dann wieder tagelang deprimiert,weil die 248 Freunde und Anhang Tierquäler Fotos ins Netz stellen.Kein Wunder,dass unsere Kinder und Jugendlichen immer öfter an Depressionen leiden??? Die Ergebnisse meiner Exkursion durch die Politik steht ja bereits auf der Startseite. Ich bin nicht umsonst die parteilose SMUP: Die Politik redet mir zuviel und versinkt im Sumpf der selbst auferlegten Bürokratie. Einen schönen Tag noch!!!

 

6.Januar 2019 In ca.16 Wochen beginnt die Mähsaison und ich möchte dann so schnell wie möglich meine Igel-Gören auswildern.Wäre schade,wenn die gleich um die Ecke im Stolteraer Weg  vom Mähroboter zerschreddert werden,der auch nachts eingesetzt wird. Auch größere Igel sind gefährdet. Die Grünen können nicht viel machen,weil sie nicht im Landtag vertreten sind. Deshalb muss ich selbst aktiv werden. Habe jetzt mehrere Mails an das Umweltministerium gesendet. Zusätzlich werde ich den NABU, die Greenpeace Ortsgruppe und den BUND kontaktieren.Jetzt wird sich zeigen,was unsere Naturschutzverbände in Rostock so zu bieten haben und werde Euch meine Erfahrungen mitteilen. Wir brauchen dringend eine Arbeitsgruppe aus aktiven Artenschützern,die ein Konzept für die HRO entwickelt,damit Projekte,wie beispielsweise das Bienenprojekt nicht nach hinten los gehen!

 

 

01.Januar 2019 Ein FROHES NEUES JAHR !!!! Gott sei Dank ist die letzte Nacht vorbei. Zu meinem Entsetzen ist meine Katze bei der ersten Böller-Batterie um ca.16Uhr panikartig vor den Zaun gedallert und war dann spurlos verschwunden.Bin den ganzen Abend mit der Taschenlampe draußen herum gelaufen,um sie vor Mitternacht noch einzufangen,weil ich Angst hatte,dass sie in ihrer Panik vor ein Auto läuft.  War wohl nichts....der Abend war für mich gelaufen. ,,ICH HASSE SILVESTER". Katze kam erst heute morgen völlig verstört zurück... meine Singvögel im Garten sind auch alle verschwunden. Da wachsen mir Hörner...,,F*** them all". Sorry....das muss manchmal sein! Die Orgie hat mit Traditionen nichts mehr zu tun.Wann wird das endlich verboten?

 

31.Dezember 2018 Der Countdown läuft....für die größte globale Umweltsauerei mit Tierquälerei im neuen Jahr.  Wer kümmert sich wieder um den liegen gebliebenen Chemie-Dreck am Strand? Klar- ein paar verirrte Naturschutzaktivisten....wer denn sonst? Werde heute erst einmal meine Freigehege sichern, bevor mir die Ballaballa-Fraktion noch einen meiner Winterschläfer abfackelt. Silvester werden seit fast 40 Jahren bei mir die Luken geschlossen und ich halte mich unter Deck auf. Kriegszustand für mich, meine Haustiere und alle freilebenden Wildtiere. Passt heute nacht auf, dass ihr nicht über Deck ausrutscht und Euch Polen-Böller den Tinitus des Jahres verpassen. Cheers, kommt gut durch die Silvesternacht....ich tauche ab!

 

 

Jahresabschluss in Igelhausen. 2018 war seit Beginn meiner Igelhilfe das schlimmste Jahr. Der heiße Sommer bescherte mir zahlreiche Notfälle von halb verhungerten Igeln,die auf Grund der Trockenheit kein Futter mehr fanden. Dazu kamen zahlreiche Unfälle durch Gartengerätschaften,Hundebisse und scharfe Gegenstände mit tiefen Wunden,Absezzen und offenen Frakturen. Drei Igel hatten starke Vergiftungserscheinungen durch ausgebrachte Insektizide oder Giftköder mit akuten Leberschäden. Für viele kam jede Hilfe zu spät.Insbesondere die Langzeitpflegefälle waren sehr zeitaufwendig und kostspielig. Im Herbst folgte der Nachwuchs,der ebenfalls auf Grund der Hitze erst sehr spät geboren wurde und ich hatte insgesamt 86 Anrufe aus ganz M-V.  Leider auch viele Fake Anrufe! Leute,wollt ihr nur mal meine Stimme hören oder was soll das? Nein, es gibt keine rosafarbenen Würmer,die zwischen den Stacheln rumkriechen und ich hole auch keine Igel ab, die müsst ihr schon mal selbst vorbeibringen. Definitiv das erste Jahr, wo ich dauerbesetzt war. Umso schöner war es, dass sich einige bereit erklärten, ihren Igel mit meiner beratenden Unterstützung selbst durch den Winter zu bringen. Es gab viele Leute, die selbst oder finanziell tätig wurden und andere, die bequem ihre Verantwortung auf mich abwälzen wollten. Leider habe ich nur begrenzte räumliche und finanzielle Kapazitäten und kann nicht allen helfen.

Es gab auch viele schöne Momente und Begegnungen mit Tierfreunden, wo der Kontakt hoffentlich erhalten bleibt.Im Juni habe ich erstmalig eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1.750€ durch die Hansestadt Rostock erhalten und den Umweltpreis 2018 gewonnen. War auch dringend nötig....immerhin war das die Summe an Tierarztkosten,Medikamenten und Hilfsmitteln,die 2018 nach Abzug der Eigenbeteiligungen von Findern noch angefallen sind. Dann gab es noch 5 Futterspenden in Höhe von ca 400 Euro,die schon für meinen blinden  Dauergast namens Roland im Jahr fällig werden. Im Großen und Ganzen hatte ich letztendlich in diesem Jahr nur die Futterkosten von ca. 1000 Euro aus eigener Tasche zu zahlen. Was für ein Fortschritt.

 Ich habe mich sehr gefreut,  allerdings auch an den Reaktionen meiner Umgebung bemerkt,dass -allgemein- viele Leute wenig Verständnis dafür haben,dass man soviel Zeit und Geld in "Igel" investiert und die Stadt dafür auch noch Geld ausgibt. Wofür denn sonst?

Beispielsweise Millarden Euro für Silvesterböller oder Tausende Liter  giftigen Grünspanentferner,obwohl harmlose Schmierseife den selben Zweck erfüllt? Ich möchte mich lieber im Natur-, Arten- und Tierschutz engagieren,als auf sozialer Ebene. Da soll es bereits reichlich Leute geben,die sich allgemein ehrenamtlich oder finanziell für Grabsteine, Wickelkommoden oder Spaßveranstaltungen engagieren.....jeder eben so, wie er möchte.

 

 

20.Dezember 2018 Liebe Heidi-von der Igelhilfe M-V, bevor das Jahr zuende geht, möchte ich Dir unbedingt noch ein paar Zeilen widmen. Herzlichen Glückwunsch zum 25 jährigen Jubiläum Deiner Igelhilfe im Landkreis. Ich weiß nicht, wie Du das geschafft hast, denn mir geht schon im verflixten 6.Jahr oft die Luft aus. Ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019.

 

 7.Dezember 2018  Heute ist einer von diesen Horrortagen.Ich halte ja schon Abstand zu meinen Igeln.Zuviel menschlicher Kontakt kann für Igel tödlich enden.Allerdings ist das bei langfristigen Pflegefällen,die man täglich behandeln muss und die auch merken,dass man ihnen hilft nicht mehr so einfach.Da entwickeln sich Emotionen,ob man will oder nicht. War mit Volker alias Wolle (Eintragvom 29.Nov) beim Tierarzt und habe auf Grund der neuen eitrigen Entzündung einen Abstrich und Röntgenbild machen lassen. Was soll man also noch machen,wenn  der Knochen förmlich bakterienlos wegeitert? Da hilft auch kein Antibiotikum.Da geht gar nichts mehr. Nach drei Monaten musste ich ihn einschläfern lassen. Leute,ich bin richtig angefressen -meine Laune ist jenseits von gut und böse.

 

1.Dezember 2018 Es wird ruhiger in Igelhausen.Bis auf vier Igel schlafen alle oder befinden sich in der Übergangsphase zum Winterschlaf. Das könnte sich allerdings schnell wieder ändern,wenn die Temperaturen wieder über 10Grad steigen. Ich wünsche allen Besuchern meiner Seite eine schöne Adventszeit.

 

 29.November 2018 Nachdem sich Volker alias Wolle von seiner Verletzung erholt hatte,kam er Mitte Oktober ins große Freigehege,wo er sich unter einer Holzplatte ein eigenes Nest gebaut hatte. Die Vorderpfote nutzte er auch wieder für seine abendlichen Ausflüge durch meinen Garten und war erstaunlich schnell unterwegs. Seit einer Woche habe ich ihn nicht mehr gesichtet,obwohl der Fressnapf täglich leer war. Das kam mir spanisch vor und ich habe ihn dann mal ins Haus geholt,um nach dem Fuß zu sehen. Leider bestätigte sich meine Vorahnung.Er hat eine neue Entzündung,allerdings dieses Mal unterhalb des Ellbogens und Schultergelenk,die gerade behandelt wird. Der Fuß war ok.Nicht aufgeben,Dicker. Leider sind diese eitrigen Entzündungen sehr langwierig.

 

 24.November 2018 Heute kam ein neuer 990 Gramm schwerer Fall aus der Brahestraße. Laub hat durchaus seinen Sinn im Spätherbst, deshalb sollte man es auch liegen lassen und lediglich Gehwege und Rasenflächen abharken.Laubsauger sind ebenfalls ein NO-GO für den Artenschutz. Mit besten Grüßen an das Amt für Stadtgrün,die trotz Arten- und Naturschutzabteilung nicht in der Lage sind, Natur und Pflichtprogramm in Einklang zu bringen.

Ein im Winterschlaf befindlicher Igel wurde seines Nestes beraubt und lag dann einen Tag auf der Wiese rum, bis Alina so nett war, sich dem Stacheltier in seiner großen Not anzunehmen. Igel im Winterschlaf benötigen 24 Stunden um alle Körperfunktionen wieder vollständig zu aktivieren. Nachdem sie ihn bei mir abgegeben hat, bekam er gleich ein muckeliges Ersatzquartier, hatte auch kein Interesse irgendetwas zu fressen oder zu trinken,verzog sich in seine Herberge und schlief gleich weiter....Danke, Alina! Laub ist übrigens auch wichtig für unsere Amseln und Rotkehlchen. Nur hier finden sie im Winter die Insekten als Nahrungsquelle!

 

21.November 2018 Wie schön,dass es auch viele positive Momente in Igelhausen gibt. Mein Sorgenkind ,,Hope"  hat wohl den passenden Namen erhalten und ist  quietschfidel.Wiegt jetzt 600 Gramm und die Beinfehlstellung ist nur noch eine leichte Behinderung,die keine Beeinträchtigung für ein Igelleben in der Natur sein dürfte. Mit Physiotherapie - sprich täglichen Auslauf im Garten und Vitamin B Komplex gegen die Lähmungserscheinungen- hat sich die Beinmuskulatur wesentlich verbessert. Mal sehen wie es nach dem Winterschlaf aussieht.

 

Auch Yvette aus Güstrow hebt mein Stimmungstief in Momenten,wo ich ernsthaft darüber nachdenke die Igelauffangstation aufzugeben. Eigentlich bin ich ja für Güstrow nicht zuständig,aber bei dem Einsatz für ihren Gartenigel habe ich eine Ausnahme gemacht,obwohl ich rappelvoll belegt bin. Yvette hat nicht locker gelassen,ist nach Rostock zu meiner Tierarztpraxis gefahren, hat insgesamt 3 Behandlungen in Höhe von  90€ selbst bezahlt und  mir den Igel zur weiteren Behandlung vorbei gebracht.Alles nur mit ganz leichtem Wimpern zucken. Ihre Igeldame hatte eine extreme Hinterbein-Entzündung,verursacht durch einen Biss oder scharfen Gegenstand. Nach vier Wochen hat sie ihren Igel wieder abholen können und bringt ihn jetzt selbst durch den Winter. Als Dankeschön gab es noch 2 Paletten Katzenfutter für die anderen Igel und sogar Nervennahrung für mich.

 

 Ein weiteres Dankeschön gilt auch Klaus aus Evershagen,der sich ständig Gedanken macht,wie er mir und Tieren im allgemeinen weiter helfen kann. Besonderen Einsatz möchte ich auch Herrn Sass bescheinigen, der  viel Spaß dabei hat,sein Igelmädchen in Ivendorf (oder so ähnlich)durch den Winter zu bringen und gerne mal für meine Igel spendet. Vielen Dank auch an Hannelore,die eine Spendenaktion im Geburtstags-Kaffeekränzchen organisiert hat. Einige Lichter am Horizont,die mich in 2018 beeindruckt haben und das Stimmungsbarometer steigen lassen.

 

3.November Es wird endlich kälter und meine  Großen schlafen bereits in den Freigehegen. 10 Gören zwischen 450 und 650 Gramm machen noch Halligalli und dürfen abends noch für ein bis 2 Stündchen in den Garten,wenn es die Temperaturen ab 6Grad erlauben. Ist ja auch langweilig,nur im Käfig zu sitzen und wenig artgerecht,da sie im Käfig hin und her laufen,bis die Füße wund und blutig sind. Seit sie täglich Auslauf haben,sind meine Igel wesentlich ausgeglichener und die Fußsohlen intakt.

Im Laufe der letzten Jahre hatte ich Kontakt zu mehreren Igelstationen,wo die Käfige gestapelt sind und oft 50- 100 Igel täglich abgefertigt werden....im schlimmsten Fall in schlecht durchlüfteten Plastikboxen mit Deckel,wo jeder Igel auf Grund seiner eigenen Amoniakproduktion,Hustenanfälle bekommt,was dann auch noch fälschlicher Weise als Lungenwurm-Diagnose eingestuft wird. Dazu gibt es bei der Massenabfertigung billiges Katzenfutter mit wenig Fleisch,viel Fett und wenig guten Inhaltsstoffen. Bäckereierzeugnisse und Zucker haben im erhältlichen Igeltrockenfutter nun wirklich nichts verloren.Ab in die Tonne...vielen Dank für die Spende,aber da rümpfen nicht nur meine Igel  die Nase. Es ist auch nicht Sinn und Zweck der Sache,so viele Igel wie möglich anzunehmen,die letztendlich mit angefressenem Leberschaden ausgewildert werden. Die Zufütterung mit Rührei und gekochtem Hackfleisch 2-3mal pro Woche halte ich für sehr wichtig,weil die Portionen auf Grund des höheren Kaloriengehalts wesentlich kleiner ausfallen und für den Igelorganismus  besser zu verarbeiten sind.

 

 

 28.Oktober 2018 Ich bin echt politikmüde.Eure Fördergelder könnt ihr  behalten,ich habe keine baulichen Maßnahmen,außer ein paar Igelkisten für 25 Euro.Alleine die Anträge für bauliche Maßnahmen sind schon der Horror.Gehts noch umständlicher? Da muss für jede Schraube ein Kostenvoranschlag eingereicht werden.Ich kann auch keinen Verein gründen,weil ich keine Zeit habe,mich um den aufwendigen Vereinskram zu kümmern,finde aber auch niemanden,der Lust hätte mir diese Vereinsgründung abzunehmen,damit ich Spendenquittungen ausstellen kann.

Umweltpreis gewonnen? Gott sei Dank,die Hälfte des Preisgeldes habe ich schon bis zur Verleihung im Juni aus eigener Tasche bezahlt.Auf dem Igelkonto sind noch 12,75€. Der heiße Sommer hat mir zahlreiche Notfälle beschert.

 

 

 

 15.Oktober 2018   Ich bin überbelegt....alle Freigehege und Käfige bewohnt. 2 Baby-Notfälle sind bereits in meinem Schlafzimmer und im Bad untergebracht. Stau in Igelhausen. Wer schon immer mal wissen wollte,was eine Igelstation  von September bis Dezember so zu erledigen hat,der sollte jetzt weiterlesen:

 

Heute ist Montag,der Tag. Um 7 klingelt der Wecker.Dann stehen bereits meine Katze, ein Hase und meine beiden Möwen( Notfälle von 2012) in den Startlöchern und warten  auf ihr Frühstück.Auch die beiden Möwen sind mir wichtig,damit sie nicht nach weggeworfenen Brötchen auf der Stadtautobahn jagen müssen und dabei überfahren werden- also gibt es die erste Mahlzeit frei Haus als Tagesgrundlage. Immerhin mein Begrüßungskommitee,während der Kaffee durchläuft und die Katzenmilch für die Igel-Babys abkühlt. Mein Tagesplan sieht danach so aus.Erst die beiden Igelbabys füttern und die Unterkunft reinigen. Beides 4mal am Tag(8h,13h,18h und 23h)= 2Stunden Gesamtaufwand. Igelbabys sind sehr zeitaufwendig. Ein Wurf mit 5 Jungen bedeutet rund 5 Stunden pro Tag in den ersten Wochen bei 5-4 Einzelfütterungen mit der Spritze. Ab 90-100 Gramm fangen sie an selbstständig zu fressen.Fütterung 3xtäglich.Nach den Minis sind die größeren Igel dran.Wenn ich die Tür zum Wintergarten aufmache, ist meine Mieze auf der Flucht und mir entgleisen die Gesichtszüge. Sechs vollgeshiterte und urinierte Käfige sind mit dieser Geruchsnote kaum zu ertragen. Für die Reinigungsaktion brauche ich dann  gut 45 Minuten: Zeitungspapier und eine Lage Zewa raus und neues rein. 12 Futter und Wasserschüsseln aus den Käfigen wandern in die Spüle und werden mit kochendem Wasser desinfiziert und dann gespült. Anschließend muss ich mit 2 Igeln um 11h zum Tierarzt. Die Zahnsteinentfernung bei 2 älteren Igeln steht an.Wartezeit 45 Minuten,weil das Narkosegerät im Einsatz ist. Gegen 13h verlasse ich die Praxis ,kaufe auf dem Weg 6 Paletten Katzenfutter,Lebensmittel für mich und bringe den stinkigen Käfigmüll der letzten 3 Tage in den Container einer Bekannten,weil meine Tonne bereits überquillt. Mit etwas Verspätung warten bereits die beiden Igelbabys auf ihre Mahlzeit,während mein Frosta Fertiggericht vor sich hinköchelt. Gegen 14.45h lege ich erst mal eine Pause ein. Ab 18h steht der Kindergarten wieder an.Anschließend sind die 6 Igel in den Freigehegen dran,das heißt: 6 Igelkisten und 12 Näpfe reinigen,Gehege Kot entfernen und verschließen. Jetzt dürfen die Käfigigel im Garten spazierengehen und ich habe freie Bahn,um deren Käfige noch mal nachzureinigen und für alle 12 Insassen Futter anzurühren und Wassernäpfe bereit zu stellen. Vier Igel bekommen eine Wurmkur,ein Igel ein entzündungshemmendes Medikament und Hope Viamin B Komplex gegen die Lähmungserscheinungen. Zwischendurch wird der ein oder andere Igel noch gewogen,Katze und Hase versorgt und Igel Wolle-eigentlich heißt er Volker,weil der Namen im Zeitungsartikel verwechselt wurde, bekommt seine Kontroll-untersuchung am Vorderfuß . Gegen 21h werden die Teenies eingefangen und wieder in ihren Käfigen untergebracht,die Freigehege für die Großen geöffnet,die Außenfutterstelle für Freiläufer versorgt und ich liege um 21.30h auf meiner Couch,um später noch mal gegen 23h die 2 Babys zu versorgen. Dazu kommt die Hygiene in meinem Sinne...jeden Tag den Wintergarten reinigen,Spüle und Materialien desinfizieren,Gehegeteile und Dachpappe ausbessern,Neuzugänge versorgen oder im Frühjahr die Auswilderungsprojekte.

Fazit: Mehr als 15 Igel kann ich leider nicht aufnehmen A) aus Platzgründen B)um eine verantwortungsvolle Versorgung zu gewährleisten.Die ist meiner Ansicht nach mit 1 Person,Beruf und mehr als 15 Tieren nicht mehr gewährleistet C) aus hygienischen Gründen,denn irgendwie möchte ich noch  Mensch auf meinen rund 60m² Wohnfläche bleiben,wovon 10m² für aufwendige Pflegefälle benötigt werden.

 

 

 27.September 2018 Ich hatte heute einen mir wichtigen Zeitungsartikel in allen Tageszeitungen der SVZ. Diese Mähroboter machen mir wirklich Sorgen.  Wir haben jahrhundertelang nachts nicht gemäht und das ist auch völlig sinnlos und für alle nachtaktiven Tiere vom Nachtfalter bis zum Igel tödlich. Einfach den Nachtbetrieb von 17h-7h verbieten,wäre wirklich sinnvoll.Ich habe  beim Umweltministerium einen Termin beantragt und die Grünen wollen mich dabei unterstützen. Hat man wenigstens so gesagt.Allerdings bin ich mal gespannt,ob meine bisherigen Bemühungen fruchten. Die Politik wird allgemein immer langsamer,weil ewig und 3 Tage debattiert wird. Einfach mal weniger reden und schneller handeln? Bei den eigenen Pensions-Erhöhungen klappt das doch auch an einem Bundestagarbeits - Vormittag?

 

7.Juli 2018 Momentan sieht es ja nun mal so aus, dass  unsere regionalen Wildtiere bei der Hitze kaum noch Futter finden,während sich die Menschheit mit Eis und Burgern den Bauch vollschlägt,aber bereits an der Fettsucht oder Diabetes arbeitet. Sorry,Leute! Aber wenn ich morgen im Lotto gewinnen würde, haue ich das Geld reichlich für Natur- und Artenschutzprojekte raus...z.B. für die abgemagerten Eisbären,die Dank Klimawandel oder besser gesagt,Überbevölkerung der Menschheit, in den Polarkreisen verhungern.