Mai 2019 - Klärchen 257g ca. 6 Monate alt,im Herbst 2018 geboren war leicht abgemagert. Das Igelweibchen hatte drei Stichwunden am Hals,an der Stirn und im Rücken und wurde sehr wahrscheinlich von einer Mistgabel im Komposthaufen gestreift. Glück im Unglück? Nach der ersten Grundversorgung stellte ich fest,dass Klärchen stark humpelte und den linken Vorderfuß nicht belastete.Es folgte ein Röntgenbild beim TA,der einen Knochenbruch diagnostizierte (Foto 1/lks).,,Der Igel hat gute Heilungschancen,wenn man ihn operiert,zumal er noch im Wachstum ist", äußerte sich der Tierarzt,wies mich allerdings auf die hohen Kosten von 500-600€ hin. Einschläfern kam unter den Umständen für mich nicht in Frage,zumal auch bereits die Stichwunden gut verheilt waren und der Igel ansonsten mit inzwischen 350g einen sehr guten Appetit zeigte. Also wurden aktiv über Facebook (90€)und über die Igelhilfe Rostock Spenden (370€) gesammelt. Gestern hat sich noch jemand mit 200€ beteiligt,sodass die OP mit einem weiteren Eingriff zur Entfernung des Implantats (Bild Mitte) und einer weiteren Kontrollröntgenaufnahme bis auf 50€ aus Spenden bezahlt werden konnten. Leider kamen die Facebook Spenden der Initiatorin nie bei mir an.Klärchen musste 4 Wochen auf kleinstem Raum leben,war auch sehr geduldig und lebte bis Ende Juli 2019  bei mir im 400m² Freigehege zur Beobachtung.Es folgte eine letzte Röntgenaufnahme und laut Diagnose des behandelnden Tierarztes Dr. Tido Winkler durfte ich den Igel wieder auswildern. Es war mir eine Riesenfreude zu sehen,wie die  Igeldame inzwischen wie der Blitz durch den Garten rennt.....wenn sie " mich" sieht!  Kein Wunder,denn die Behandlung war für uns beide kein Zuckerschlecken. WILLKOMMEN IM 2. LEBEN, Klärchen!!!  Eine OP auch nur bei Igeln zu empfehlen,die einen ruhigen Charakter haben und nicht ständig im Käfig hin und her laufen,  die noch jung sind und einen guten Knochenaufbau mit sich bringen.Klärchen wurde an eine kompetente Auswilderungsstelle mit Zufütterung im beschaulichen Dorf Kobrow übergeben. Auch bezüglich der Auswilderung haben sich die ehemaligen Finderinnen des verletzten Igels aus Kassebohm und Groß Klein nicht mehr bei mir gemeldet.

Ein akuter und häufiger Fall: "Bones": 1.500 g, Alter ca. drei Jahre

"Bones" hat es ganz schön erwischt, aber das bekommen wir schon wieder hin.
"Bones" hat es ganz schön erwischt, aber das bekommen wir schon wieder hin.

Bones war bereits im Sommer 2014 zwei Monate Patient  bei mir und fiel  in Diedrichshagen durch ein lahmes Bein auf, welches er hinter sich herzog. Die Tierärztliche Diagnose nach einer Narkose und folgender Röntgen- Aufnahme ergab einen Knochenanriss. Hier war eine Ruhigstellung über sieben Wochen nötig. Im Oktober konnte Bones gesund wieder ausgewildert werden. (Kosten mit Röntgenbild, ,Parasitenbehandlung und 2 Monate Unterhaltskosten ca. 100 €)

 

Am 26.Juni 2016, also fast zwei Jahre später, lief Bones am Tage in meinem Garten herum, was ein deutliches Zeichen dafür war, dass etwas nicht stimmte. Er zeigte mir gegenüber keine Abwehrhaltung und ließ sich sofort untersuchen. Ich konnte mehrere  eitrige Abszesse im Nasenbereich ausmachen, verursacht durch Bisse. Bei einer Untersuchung unter Narkose stellte die Tierärztin weitere Abszesse hinter dem linken Ohr und extremen Zahnsteinbefund fest. Die Wunden werden  von mir seit einer Woche täglich gereinigt, was er sich – Gott sei Dank – auch gefallen lässt. So sind weitere Praxisbesuche mit Narkose nicht nötig. Bones erhält ein Antibiotikum und am 9. Juli  wird in einem weiteren Termin ein Zahn gezogen, sowie der Zahnstein entfernt. Die Abszesse sind bereits gut abgeheilt. (Antibiotikum 38€/Parasitenbehandlung 12€ , Futterkosten 15 €). Erfolgreiche Auswilderung am 13.07.2016 am Fundort.

 

 

Willi , Igelsäuglingsjunge 70 Gramm . Wurde am  in einem Diedrichshägener Garten gefunden. Vieleicht hat ihn die Mutter aus dem Nest geworfen,weil er eine Rotznase hat? Kranke Igelbabys werden gnadenlos rausgeworfen.Da kennt Mutter Igel kein Pardon,damit die anderen Nachwuchskandidaten  sich nicht  anstecken. Leider konnten wir ihm nicht helfen,weil er das nötige Antibiotikum nicht vertragen hat und verstarb. Viele Igelsäuglinge werden zu spät gefunden, vertragen viele Medikamente nicht oder erreichen trotz Wärmemaßnahmen ihre Körpertemperatur nicht,die sie benötigen,um sie zu füttern oder Medikamente zu verabreichen. Hier hilft nur-schnell handeln,wärmen und tröpfchenweise Fencheltee verabreichen. Nur die harten kommen in den Garten...und das ist ausnahmsweise mal kein blöder Spruch.

 

 

Rasentrimmer verursachen die schlimmsten Verletzungen!

Dieses Foto wurde mir freundlicherweise von PRO IGEL e.V zur Verfügung gestellt und dieser Fall kommt sehr oft vor,weil Gartenbesitzer einfach drauf los mähen, ohne vorher mal nachzusehen, ob da nicht gerade ein Igel sein Nickerchen im kühlen Gras oder unter der Hecke macht.

Die Zwangsneurose vieler Gartenbesitzer zum geleckten Garten ist eine der Hauptursachen, warum die Igelbestände zurück gehen und die Igelstationen bundesweit mit Unfallopfern überhäuft werden,die zusätzlich sehr kostenintensiv durch Tierarztbehandlungen und Medikamente finanziell in Anspruch genommen werden.

 

Foto/copyright: Rosemarie Adam/ Pro IGEL e.V.

 

Jetzt kommt unser  Igelmädchen von Seite 1, die Mitte Oktober unglücklicherweise die Bekanntschaft eines Mähroboters in der Nähe von Teterow machen musste. Regina Heinle, die Pflegestelle der Igelhilfe M-V, kümmerte sich über 2 Monate um die Igeldame,die inzwischen wieder Spaß am Leben hat. Das Foto zeigt Tag 49 nach der ersten Behandlung.

 

Igel sind nachtaktiv .Deshalb schalten Sie bitte Ihren Mähroboter nach 17 Uhr aus oder schaffen Sie sich am besten erst gar keinen an,denn der schreddert auch die ebenfalls nachtaktive Nahrungsgrundlage von Igeln und Singvögeln.

 

Foto/copyright: R.Heinle