Tipps: gesunde Gärten, gesunde Menschen, gesunde Tiere

Diese Seite möchte sich nicht nur mit der Igelstation vorstellen, sondern auch Gartenbesitzern einige Tipps geben, damit es dem nützlichen unter Naturschutz stehendem  Stacheltier und vielen anderen Nützlingen, wie den Bienen, Hummeln, Singvögeln und Schmetterlingen  durch Gedankenlosigkeit nicht an den Kragen geht.Für Igel beispielsweise,ist der Lebensraum zum Katastropfengebiet geworden. Straßenverkehr,Baustellen,die Giftabteilungen der Baumärkte, Tellersensen,Rasentrimmer,nicht gesicherte Gartenteiche,herumliegende Müllsäcke verringern die Lebenserwartung von 7-8 Jahren auf maximal 1-2 Jahre. Die neuerdings angesagten Mähroboter sind mit Abstand die größte Gefahr für den Igelnachwuchs und den Artenschutz im allgemeinen,die die Technik neu anzubieten hat. Über Naturschutz wird viel geredet, aber macht denn auch mal jeder Befürworter was? Oder hört der Enthusiasmus bei der Mülltrennung schon auf? Fangen Sie vor Ihrer eigenen Haustür doch einfach mal an? Auf dieser Seite gibt es viele Möglichkeiten,aktiv zu werden:

 

Jeder Einzelne kann seinen Beitrag zu einer gesunden Umwelt auch im eigenen Garten leisten. Grundvoraussetzung dafür ist die Einsicht, dass auch der „eigene“ Garten ein Teil des großen Ganzen ist. Alles was hier passiert, macht sich auch auf die unmittelbare Umgebung bemerkbar. Und seien Sie nicht immer so pingelig und lassen Sie den deutschen Michel mit seinem Ordnungssinn doch einfach  in den eigenen vier Wänden raus. Wer Honig isst, sollte auch was für die Bienen tun und das völlig Chemiefrei, damit sie nicht aus den Latschen kippen. Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sollen übrigens den höchsten Honigverbrauch pro Kopf haben. Lassen sie ruhig an verschiedenen Stellen den Weißklee stehen. Auch blühende Küchenkräuter,Fenchel und Lavendel  sind beliebte Anflugplätze. Jede Menge Tipps gibt es für naturbelassene Gärten auch telefonisch per Hotline beim Landschaftspflegeverband Mecklenburger Endmoräne e.V. www.natur-im-garten-mv.de

 

 

 

Amsel,Drossel,Fink und Star

Es gibt Leute,die sich sehr an den Singvögeln im eigenen Garten erfreuen und denen jede Elster ein Dorn im Auge ist. Da wird die Vogelscheuche wieder lebendig. Allerdings hat die Natur das so eingerichtet,dass andere Rabenvögel die Bestände regulieren.Unverständlicher ist allerdings,dass viele Vogelliebhaber ihre Bestände selbst in Gefahr bringen,weil sie  Unkräuter mit Chemie bekämpfen und das auch auf den Rasenflächen,wo sich viele Vogelarten die Insekten- und Larven für ihren Nachwuchs  suchen. Mag sein,dass viele Mittel als biologisch abbaubar eingestuft wurden.Gift ist nun mal Gift,da hilft auch kein schön reden. Das dieses nicht zum Verzehr geeignet ist, steht bekanntlich schon bei den Warnhinweisen. Oder unbedingt Kinder sicher aufbewahren! So sind viele Insektenlarven- auch die der Schmetterlinge- durch direktes Ansprühen vergiftet,was ein  Vogel-Kind mit schwachem Organismus nicht lange  am Leben erhält.   Dazu kommt,das statistisch gesehen ,in deutschen Gärten Mittelchen jeglicher Art überdosiert angewendet werden. Beispielsweise Ameisengift mit Widerspruch beim Kleingedruckten - darf nicht in den Wasserkreislauf gelangen. Auf der Vorderseite steht - zum Gießen geeignet. Also es war nicht unbedingt Nachbars Katze oder die böse Elster - es könnte auch der Vogelliebhaber dazu beigetragen haben,wenn ein nackter kleiner Vogel oder mehrere unter dem Baum liegen. Selbsthergestelltes Lavendelöl hilft übrigens tröpfchenweise gegen Ameisenstraßen,um den regen Verkehr umzuleiten. Damit die Schmetterlinge nicht zu kurz kommen, sollte der Rasen nicht unter 10cm abgemäht werden.Die Larven entwickeln sich im Gras und werden sonst beim Mähen getötet.

 

Vogelfutter aus dem Supermarkt ist auch nicht immer geeignet und oft von gegesundheitsschädlicher Qualität in minderwertigem Fett zusammengepanscht worden. Kaufen Sie Hirsekolben für Wellensittiche und loses Streufutter für Wildvögel,Sonnenblumenkerne ,Haferflocken,getrocknete Mehlwürmer und stellen Sie ihren eigenen Mix her. Winterfutter läßt sich ebenfalls leicht selbst herstellen.Einfach Sonnenblumenmagarine in der Mikrowelle erhitzen und unter Haferflocken,Sonnenblumenkerne,Rosinen mischen. Öl eignet sich nicht besonders,weil schnell das Gefieder verklebt. Magarine wird nach dem abkühlen wieder fest,sollte aber ebenfalls sparsam verwendet werden. Tipp: Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden,denn Vögel holen sich im Winter die Samen und vertrocknetes Beerenobst aus den Sträuchern

 

Radau im Kinderzimmer

Als ihr Kind ein paar Tage alt war und wohlbehütet in seinem Kinderbettchen lag,haben Sie da die Handwerker bestellt um die Zwischenwände vom Kinderzimmer rauszureißen? Garantiert nicht. Aber warum schneiden dann  von Mai bis August viele Gartenbesitzer ihre Hecken mit der elektrischen Heckenschere? Wo doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt viele Amseln,Rotschwänzchen und Rotkehlchen in und unter dichtbewachsenen Hecken ihr Nest gebaut haben? Laut Naturschutzgesetz ist das Beschneiden während dieser Zeit übrigens auch auf Privatgrundstücken nicht erlaubt. Völlig Unwissende lichten sogar ganze Baumkronen oder fällen Bäume und wundern sich,wenn das Umweltamt mit einer Anzeige vor der Tür steht. Ein Rückschnitt sollte nach dem ersten Austreiben im Frühjahr und im Herbst erfolgen.Wildwuchs kann man auch vorsichtig mit der mechanischen Heckenschere abschneiden, um der Vogelfamilie viel Stress zu ersparen. Auch Igel suchen sich von Juni bis Oktober ein kuscheliges Plätzchen unter Hecken und im Gestrüpp,um ihren Nachwuchs groß zu ziehen.

Hier lauert der Tod

Neulich rief mich eine Frau an,ihr Igel wäre im Gartenteich ertrunken und ob ich einen Igel in ihrem Garten auswildern könnte. Ich habe ihr daraufhin geraten,erst einmal ihren Teich abzusichern,bevor Sie überhaupt daran denkt einen weiteren Igel ins Unglück zu stürzen. In einem anderen Fall in Rostock saß ein Igel auf einem Seerosenblatt und konnte noch rechtzeitig geborgen werden. Leider sind kleine Gartenteiche oft so steil und ohne flachen Uferbereich angelegt worden,dass Igel keine Möglichkeit haben wieder rauszuklettern.Es würde schon helfen,wenn Sie ihren tief gelegten Teich mit einer Ausstiegsstelle ausrüsten. Schwimmende Teichinseln reichen nicht,sondern sollten befestigt sein.

 

Teich -  und Vogelschutznetze sollten Sie aus ihrem Garten grundsätzlich verbannen,denn sie sind für alle Tiere gefährlich und tödlich.

 

Laubsäcke: Mancher Igel wurde schon in der Komposttieranlage oder in der Müllaufbereitung geschreddert,weil Gartenbesitzer Abfall- und Laubsäcke nachts offen im Garten herumliegen lassen.Laubansammlungen jeglicher Art sind ein beliebtes Übernachtungs- oder Winterquartier für Igel- auch in Tüten. Dazu gehören auch Kartons mit abgelegter Kleidung oder Wäsche,die am nächsten Tag in den Altkleidercontainer gebracht werden sollen oder gelbe Säcke mit Plastikabfällen. Einen Jungigel habe ich mal in einem Gummistiefel entdeckt,den ich über Nacht vor der Tür gelassen habe.

 

Abgeschlossene Gartenhäuser und Geräteschuppen

Viele Igel verhungern in Gartenschuppen,die den ganzen Sommer offen standen und im Herbst bis zum Frühjahr unkontrolliert abgeschlossen werden. Sie verstecken sich auch mal gerne in Regalen, Kartons,zwischen Putzlappen oder Teppichresten.

 

Rasenmäher,Trimmer und Sensen,Mähroboter:Manche Igel liegen an heißen Sommertagen auch gerne mal im kühlen,höheren Gras. Nicht selten wurden in den letzten Jahren,seit Bestehen der Igelhilfe Rostock, Igel mit schweren Verletzungen bei mir abgegeben,die durch Rasentrimmer und andere scharfkantigen Gegenstände hervorgerufen wurden. Etwas Unordnung unter einer Hecke sollte schon sein,denn die dienen als Schutz und Rückzugsort für viele Tiere. Bevor Sie losharken,sollten Sie erst einmal mit Gartenhandschuhen den gröbsten Unrat hervorholen,denn Igel graben sich eine Mulde und bauen sich darüber blickdichte Nester. Die sind mit bloßem Auge kaum zu sehen.Mähroboter sind ein tödliches Problem für Igelnachwuchs. Die Kleinen gehen gerne mal von  Mitte Juli bis Anfang November- auch tagsüber- ihre nähere Umgebung erkunden und suchen sich wie die Amseln erste Kleininsekten auf Rasenflächen. Für Mähroboter kein Widerstand und auch für größere Igel ein ernstes Problem. Mähroboter stoppen nur bei festem Widerstand z.B. Rasenkanten und Bäumen.Ansonsten wird alles überrollt,was sich bewegt und schieben läßt. Diese Geräte dürften langfristig dafür sorgen,dass Igel in den nächsten Jahren auch in MV aussterben werden,wenn sich Mähroboter rasant in der Gartenlandschaft vermehren.

 

Rattenköder und Schneckenkorn

Verwenden Sie nur Bio-Schneckenkorn auf Eisenbasis.Das andere Produkt enthält hochkonzentriertes Nervengift und vergiftet nicht nur Schnecken,sondern auch Igel und Singvögel. Als Barrierezaun für Ihren Salat eignen sich hervorragend gesetzte Zwiebelgewächse.

Rattenfallen und Köder sind ebenfalls für Igel gefährlich und sollten nur an Plätzen angebracht werden,die für Kinder, Igel und Haustiere nicht zugänglich sind.Einfach im Schuppen auf den Boden stellen reicht nicht aus! Unangebracht sind auch Kunstdünger.

 

Wer hat Angst vor Fuchs, Marder und hasst Katzen?

Seit regelmäßig Füchse in meinem Garten auftauchen,habe ich weniger Mäuse,denn Nachbars Kater frißt leider nur Whiskas und Lekkerlis. In den Wintermonaten sehe ich sie besonders gut bei Vollmond im Schnee,wie sie bei derMäusejagd lauern und rumhüpfen.Mit ausgewachsenen Katzen haben Füchse auch nichts am Hut.Dem Kater von nebenan geht er aus dem Weg,denn Miesekatzen können sich ordentlich wehren ;-)  Da im Herbst und Frühjahr Igel in meinen Freigehegen sind,kann ich nur sagen,dass bisher noch kein Igel vom Fuchs oder Marder gefressen wurde. Wäre auch sehr umständlich,wo es doch reichlich Mäuse gibt. Dem Jagdtrieb der Katzen auf Vögel kann man mit einem Schutzgitter entgegenwirken,welches ich im Abstand von einem Meter rund um mein Vogelhaus gestellt habe. Des weiteren sollte man einen Platz wählen,der übersichtlich ist,damit sich kein Stubentiger ungesehen anschleichen kann.Kein Grund Oma Klärchens Mieze zu vergiften oder grausam zu töten,was häufiger vorkommen soll. Greifen sie lieber zum Wasserschlauch,denn eine kalte Dusche ist für  alle schmerzlos und die mögen Katzen überhaupt nicht. Dann wäre noch die Panik zu bewältigen,die Marder bei den Autofahrern verbreiten. Lassen Sie ihn bloß in Ruhe und freuen Sie sich,dass ihm nichts schlimmes passiert.Jeder Marder hat sein festes Revier.Sobald ein anderer Marder auftaucht, wird dieser gnadenlos verjagd. Wenn Sie Ihren Marder verjagen,einfangen oder töten,dann kommt ein anderer Marder,besetzt das freigewordene Revier und er zerstört alles,was nach seinem Vorgänger riecht- auch alles unter der Motorhaube. Ich wohne seit Jahren an einer Ferienhaussiedlung und hatte bisher noch keinen einzigen Marderschaden an meinem Auto. Allerdings können die Urlauber ein Liedchen davon singen,denn unser Marder mag beispielsweise keinen Auto-Geruch von Mardern aus Berlin oder Sachsen-Anhalt. Und denken Sie daran - am liebsten fressen Marder Mäuse.

Was ich gar nicht akzeptieren kann ist,wenn Leute eigenmächtig Giftköder auslegen,die zusätzlich meine Igel und Haustiere gefährden. Diesen Sommer hat ein Fuchs oder Marder ausgespuckte Giftköder auf meinem Grundstück hinterlassen. Ein Igelweibchen im großen Freigehege - kurz vor der Auswilderung- hat davon gefressen und ist elendig an inneren Blutungen verendet. Das alles,weil ein Nachbar sich ein neues Auto gekauft hat und ein Marder seine Fußstapfen auf der Autoscheibe hinterlassen hat. Leider kann man das nicht beweisen,sonst würde ich ihn anzeigen.

 

Mein Maulwurf und ich

Im Frühjahr gleicht mein Garten einer Kraterlandschaft,weil mein Freund -der Maulwurf- meinen ganzen Rasen umgepflügt hat. Ehrlich gesagt,stört mich das nicht weiter. Erstens stehen Maulwürfe unter Naturschutz und zweitens: seine Anwesenheit zeigt mir,dass ich einen guten Boden habe,der jetzt wesentlich weniger Schädlinge beherbergt,als vor seiner Anwesenheit. Die hervorgewühlte Erde nutze ich andererweitig und muss mir keine für die Blumenkübel kaufen. Allerdings nervt es mich schon,wenn er ausgerechnet da wühlt,wo ich ständig abends bei Dunkelheit herumlaufe und stolpere . Inzwischen weiß ich, was mein Wühl-Heini überhaupt nicht mag und habe ein  Konzept entwickelt,wo wir beide mit leben können. Erst einmal läute ich im Frühjahr seinen Rückzug ein,indem ich-HEAVY METAL- den Rasen vertikutiere,denn Lärm ist für Maulwürfe ein No-Go. Für ganz hartnäckige Fälle sind Pflasterarbeiten mit Rüttelplatte ein Garant für die längere Flucht. Dann schütte ich einen Schuss Zitronenöl (gibts im Supermarkt beim Speiseöl) in jedes Loch,welches mich stört und ihm gewaltig stinkt. Die Löcher unter den Büschen und am Rande des Gartens bleiben naturbelassen. So habe ich es erreicht,dass er nach kurzer Zeit nur noch im Außenbereich  unter den Büschen seine Hügellandschaft errichtet. Ich denke,damit können wir bis zum Winter leben. Dann kann er sich gerne wieder im ganzen Garten austoben.

 

 

 

 

 

 

 

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